Pollen mit Linux

Um mal ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie GoldEd, BinkleyTerm und hpt zusammenarbeiten, ist hier mal angegeben, was zu tun ist, wenn man seine Mails bei seinem Sysop abholt, wenn man also pollt.

1. manuelles Pollen

Ein Pollvorgang beginnt in der Regel damit, dass man alle Mails, die man selbst geschrieben hat und die nun verschickt werden sollen, zusammenschnürt. Dazu dienen zwei Befehle:

hpt pack

sorgt dafür, dass alle Netmails, die man geschrieben hat, zusammengepackt werden und für Binkley im Outbound bereit liegen.

hpt scan

sucht dann nach allen öffentlichen Echomails die man geschrieben hat und die noch nicht verschickt wurden. Sie werden dann ebenfalls für Binkley im Outbound abgelegt.

Nun wird BinkleyTerm aufgerufen:

runbink

startet Binkley. Das Mini-Skript runbink haben wir ja bei der Konfiguration von Binkley selber angelegt. Nach einer kurzen Initialisierung ist Binkley bereit und wartet auf Befehle. Mit der Tastenkombination Alt+M wird der Poll eingeleitet. Liegt ein Paket im Outbound, so schlägt Binkley automatisch den Node vor, für den ein Paket vorliegt. Ansonsten muss die Nodenummer manuell eingegeben werden. Will man also bei der Calzone Box anrufen, ist hier "2:2432/203" einzugeben und Enter zu drücken. Binkley legt dann sofort los und ruft bei der Box an, lädt alle Mails ab und nimmt neue mit, die dann im Inbound gespeichert werden. Manchmal werden auch andere Dateien mitgeschickt, die aber keine Mails sind (zB. irgendwelche Bilder, die irgendwer einem zuschickt), auch diese landen dann im Inbound.

Jetzt ist wieder hpt dran:

hpt toss

sorgt dafür, dass alle neuen Mails getosst werden. Das heisst: hpt schaut im Inbound nach, was dort alles rumfliegt, packt die komprimierten Mails aus und sortiert diese dann in die entsprechenden Echos in der MessageBase ein, so dass sie später auch gelesen werden können.

Danach kommt

hpt link

was eine Verknüpfung zwischen Mails herstellt. Das bedeutet: wenn jemand auf eine Mail geantwortet hat, so sind die Antwort und die Ursprungsmail miteinander verknüpft. Liest man später die Antwort mit GoldEd, so kann man einfach durch Druck auf "-" wieder zur ursprünglichen Mail zurückkehren. Durch die Taste "+" kann man alle Antworten sehen, die auf eine Mail geschrieben wurden und mit "#" wird eine komplette Übersicht von Antworten und Ursprungsmails angezeigt. Mehr dazu in den Erklärungen zum Thema "Kommentarbaum" auf diesen Seiten.

Nun sind alle Mails verarbeitet und GoldEd kann gestartet werden. Wechsle also ins Verzeichnis /usr/local/fido/golded und rufe dort "./gedlnx" auf, um GoldEd zu starten. Um dir bei jedem Aufruf dieses Verzeichniswechseln zu sparen, solltest du am besten in /usr/local/bin ein kleines Skript anlegen, das den Verzeichniswechsel selbst durchführt und dann GoldEd startet. Ähnlich also, wie unser "runbink"-Skript. Nennen wir das neue nun "golded". In Zukunft kann GoldEd also einfach durch

golded

gestartet werden.

Nun kannst du mit GoldEd bequem alle Mails lesen. Navigiert wird meist mit den Pfeiltasten, ein Eintrag durch Druck auf Enter ausgewählt und weitere Hilfe zu anderen Tastenkombinationen gibt es mit F1.

Wenn man also in ein Echo gewechselt ist, in dem man es mit dem Auf/Ab-Pfeiltasten ausgewählt hat, kann man hier auf gleiche Weise durch die Nachrichten "scrollen". Durch Druck auf Enter schaut man sich eine Mail an. Sollte es einen reizen, darauf dann eine öffentliche Antwort zu schreiben, wird dies durch einen Druck auf Q (=Quote-Reply) getan. Möchte man selbst der Welt etwas ganz neues mitteilen, so beginnt man eine neue Nachricht in diesem Echo, indem man auf "Einfg" drückt.

Das mal als gaaaaanz kurze Einführung, welche Tasten ich selbst in GoldEd am meisten benötige. Schafft euch am besten mit F1 einen Überblick, was das Programm alles kann.

Eins noch: wenn du neue Mails bei deiner Mailbox abholst und eintosst, während GoldEd auf einer anderen Konsole noch läuft, so wird das Programm erstmal nichts davon merken, dass was neues da ist. Damit es das mitbekommt, musst du in die Echoübersicht wechseln, die Tastenkombination Alt+S drücken und dann den Punkt "Scan All" (direkt der erste) auswählen. GoldEd wird dann in allen Areas nachschauen, was es neues gibt und dann auch die neuen Mails anzeigen. Diese Funktion wird bei jedem Start von GoldEd automatisch ausgeführt, weshalb sie dabei nicht nötig ist.

2. Automatisieren

Damit man nicht jedesmal alle Befehle von Hand eingeben muss, kann das Pollen natürlich auch automatisiert werden. Dazu werden einfach alle oben genannten Befehle nacheinander ausgeführt, mit ein paar kleinen Modifikationen. Die Datei "poll" sollte auch in /usr/local/bin angelegt werden, mittels "chmod +x poll" ausführbar sein und sieht dann folgendermaßen aus:

hpt pack
hpt scan
cd /etc/fido/btxe
btxe task=1 Poll 2:2432/203
hpt toss
hpt link

Hier wird also zunächst alle rausgehende Mail zusammengepackt, danach wird Binkley aufgerufen. Der neue Parameter "Poll 2:2432/203" sorgt dafür, dass Binkley nach dem Starten sofort bei der Calzone Box anruft, ohne noch auf irgendwelche Benutzereingaben zu warten - natürlich musst du diese Stelle entsprechend an die Box anpassen, bei der du Point bist. Da sich Binkley automatisch beendet, wenn es Mail empfangen hat, werden anschließend noch die letzten beiden Zeilen aufgerufen, wodurch die Mails einsortiert und gelinkt werden.

Nun musst du also nur noch "poll" aufrufen, wenn du bei deiner Box pollen möchtest.


[cr]

[Einführung] [Details] [Software] [Fido-over-IP] [Mitmachen!] [Erfahrungen] [Echos] [Dokumente] [FidoNews] [Links] [News] [WIF] [Interaktiv]

[Drei Frames] [Zwei Frames] [Keine Frames]