Software für Linux - Einführung

 

Diese Artikel richten sich an erfahrenere Computerbenutzer. Es wird vorausgesetzt, dass du einigermassen gut mit deinem Linux-System zurecht kommst, speziell solltest du nicht nur die KDE kennen, sondern auch nicht davor zurückschrecken, in Konfigurationsdateien "rumhacken" zu müssen. Ferner ist eine Voraussetzung für das Verständnis dieses Textes, dass du dich schon einmal grundliegend mit der Fido-Technik und dem sog. "modularen Ansatz" vertraut gemacht hast. Solltest du mit diesen Begriffen nichts anfangen können, lies bitte zunächst die entsprechenden Artikel auf dieser Homepage.

Die hier vorgestellten Lösungen und besonders auch die RPM-Dateien wurden auf verschiedenen Pentium II-PCs getestet, als Distribution war einmal SuSE 6.1, ein anderes mal die 6.2 im Einsatz.

Kommen wir zur Sache. Es geht hier um die modulare Lösung für die Fido-Software, das heisst, wir benötigen einen Mailer, einen Tosser, einen Mail-Reader/Editor und einen Nodelisten-Compiler. Mittlerweile gibt es auch schon unter Linux einiges an Fido-Software, so dass verschiedene Kombinationen denkbar sind. Diejenige, welche ich hier vorstellen möchte, besteht aus BinkleyTerm XE, hpt, GoldEd und FastList.

 

Der Mailer: BinkleyTerm XE

Wie schon im allgemeinen Artikel zu der modularen Software zu lesen ist, gehört BinkleyTerm zu einem der Programme, die Standarts im FidoNet gesetzt haben. Dieses Programm ist Freeware, darf eigenständig verändert und weiterverteilt werden, womit es sich perfekt in die Linux-Welt eingliedert.

Von Binkley sind zig verschiedene Versionen im Umlauf. Die aktuelle "offizielle" Version ist schon seit einigen Jahren BinkleyTerm 2.60, welches jedoch nur noch sehr selten eingesetzt wird. Öfters anzutreffen sind dagegen, besonders wohl hier in Deutschland, die XE-Versionen von Binkley. Hier haben sich einige Leute, das XE-Team, zusammengeschlossen, damit das Programm nicht auf diesem Stand bleibt, sondern weiterentwickelt wird. Die Ausgaben dieses Teams basieren derzeit alle auf der offiziellen Version 2.60, sind jedoch weiterentwickelt und heissen daher BinkleyTerm 2.60 XE, gefolgt von einer weiteren Angabe, welche XE-Version man denn nun genau benutzt. Der Ableger von Binkley für Linux, um den es hier geht, hat den wunderschönen Namen "BinkleyTerm/Linux 2.60XE/Beta-XH6 GCC/i386".

Eigentlich ist das Programm für die Bedürfnisse, die man als einfacher Point im FidoNet hat, viel zu umfangreich. Es ist konzipiert für Betreiber von Mailboxen, die hierüber sämtliche ankommenden Anrufe bearbeiten lassen können, automatisch zu bestimmten Zeiten bei ihren eigenen "Uplinks" pollen usw. Doch da das Programm glücklicherweise kostenlos ist, ist es nicht weiter tragisch, wenn ein grosser Teil der Leistungsfähigkeit ungenutzt bleibt - und man hat wenigstens den Trost, eine recht sichere, stabile und ausgereifte Software zu benutzen.

 

Der Tosser: hpt

hpt ist ein noch recht junges Programm aus dem "Fido-Husky-Project". Dieses Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Fido-Software zu entwickeln, besonders auch für alternative Betriebssysteme, wie etwa Linux. hpt beruht, wie so viele Tosser, auf dem Message-Base-System von Squish und benutzt Binkley-Style In- und Outbounds. Das Programm ist ebenfalls kostenlos und ausserdem recht leicht zu konfigurieren: die zugehörige Konfigurationsdatei ist einigermassen klein und übersichtlich.

 

Der Mail-Reader: GoldEd

Schon wieder so ein Urgestein des Fidos: auch GoldEd hat schon so einige Jährchen auf seinem virtuellen Buckel und ist daher vom Funktionsumfang her sehr umfangreich - und das, obwohl auch dieses Programm - was wohl? - kostenlos ist. Die Folge von diesem Freeware-Gedanken ist mal wieder etwas Abwechslung durch verschiedene Versionen: zum einen gibt es die ganz "normale" Version, welche die Nummer 3.0.1 hat. Dies wird mit ziemlicher Sicherheit auch die letzte "offizielle" Version von GoldEd sein, da der ursprüngliche Entwickler die Arbeit an diesem Programm wohl eingestellt hat. So heisst es jedenfalls. Dann gibt es noch die Version 3.0.1-dam, worunter Weiterentwicklungen der ursprünglichen GoldEd-Versionen durch Dirk A. Müller zu verstehen sind. Leider hat auch er die Entwicklung eingestellt. Aktuell weiterentwickelt wird noch an den Versionen GoldEd+, welche von einem russischen Programmierer rausgegeben werden.

Die Angaben in dieser Anleitung beziehen sich auf GoldEd/LNX 3.0.1-dam2, welches auch auf dieser Homepage als Binary zu finden ist. Dies ist zwar nicht die aktuellste der aktuellen aller Versionen, was aber auch den Vorteil hat, dass sie sehr stabil läuft, was wohl für einen Einsteiger erst mal das wichtigste ist. Der Funktionsumfang sollte sich in den Punkten, die man als normaler Point zu Beginn benötigt so oder so nicht grossartig von den GoldEd+-Ausgaben unterscheiden.

Wer sich vom Funktionsumfang dieses Programms erschlagen fühlt und lieber etwas "kleineres" möchte, dem sei das Programm MsgEd empfohlen. Es ist, wie auch hpt, Teil des Fido-Husky-Projects, ist im Design GoldEd recht ähnlich, bietet aber weniger Funktionen, mit denen es um sich wirft, wodurch man sich unter Umständen leichter zurecht finden kann. Ein weiterer Vorteil ist noch, dass man mit hpt gemeinsam auf die gleiche Konfigurationsdatei zugreifen kann.

 

Der Nodelisten-Compiler: Fastlist

An Programmen, die Nodelisten erstellen, mit denen Binkley und GoldEd auch problemlos zurechtkommen, mangelt es seltsamerweise unter Linux etwas. Fastlist wäre eigentlich ein Programm, das diese Aufgaben auf ideale Weise ausführen könnte, wenn da nicht die Schwierigkeiten bei der Installation auf einigen System wären. Bei normalen Compilieren stellt es sich etwas zickig an und die RPMs, die man so findet, laufen zwar auf einer SuSE 6.2-Distribution problemlos, machen aber bei einer 6.1 schon nicht mehr mit. Viel Spass also.

Dennoch: hat man es einmal geschafft, eine ausführbare Version von Fastlist auf sein System zu bekommen, ist es über die überschaubare Konfigurationsdatei eigentlich ziemlich schnell konfiguriert, zumal man einige Einträge als normaler Point überhaupt nicht benötigt. Dann muss man dem Programm nur noch eine Nodeliste vorwerfen, es einmal Starten und schon hat man seine compilierte Fassung, an der auch Binkley und GoldEd ihren Spass haben.

Also legen wir los:

Download der Software für Linux


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