Installation und Konfiguration der husky-Software

huskybse, smapi, fidoconfig und hpt

 

Der Tosser, der bei dem neuen Fido-System zum Einsatz kommen soll, nennt sich hpt. Er ist einigermaßen leicht zu compilieren und konfigurieren und bietet dennoch alles, was ein Point braucht. Leider reicht die Installation von hpt alleine aber nicht aus: bevor man dies machen kann, muss man wissen, dass hpt ein Teil des Husky-Projektes ist.

Wie auf diesen Seiten schon mal erwähnt, beschäftigt sich dieses Projekt damit, ein Fido-System zusammenstellen, dass sowohl ein Point als auch ein Node auf einem beliebigen Betriebssystem einsetzen kann. Innerhalb des husky-Projekts gibt es deshalb neben dem Tosser hpt auch einen Maileditor, Echo-Verwaltungsprogramme und zahlreiche andere Tools, die Leute brauchen, die nicht nur einen Point, sondern einen Node einrichten wollen. Alle diese Programme des Husky-Projektes greifen gemeinsam auf einige Bibliotheken zu, die installiert sein müssen, bevor man die eigentlichen Programme installieren kann. Der Vorteil davon ist zum einen die hohe Portabilität, also dass die Husky-Software auf vielen System läuft, zum anderen benötigt man im wesentlichen nur eine zentrale Konfiguration für alle Programme. Bevor du hpt compilieren und installieren kannst, musst du also die grundlegenden Pakete huskybse, smapi und fidoconf installieren.

Aus "huskybse" wird eigentlich nur eine einzige Datei benötigt, die die Konfiguration des Betriebssystems beschreibt, auf dem die husky-Software installiert werden soll und damit als Grundalge für das Compilieren der anderen Dateien dient. Diese Datei ist für Linux-Systeme eigentlich schon korrekt eingerichtet. Ansonsten enthält huskybse eine englischsprachige Installationsanleitung für die Husky-Software sowie einige Beispiel- Konfigurationen für komplexere Fido-Systeme - sie sollen hier erstmal weniger relevant sein.

Für den gemeinsamen Zugriff aller Programme auf die zentrale Konfiguration sorgt die "fidoconfig".

Bei der smapi handelt es sich ebenfalls um eine Bibliothek, nämlich die " Squish Message API", kurz eben: Smapi. Da hpt ein Squish-Kompatibler Tosser ist, benötigt er diese Bibliothek, um die neuen Mails in eine Squish-Messagebase ein tossen zu können.

Nach diesem Überblick soll es denn auch mit der Arbeit losgehen:

 

1. huskybse installieren

Bevor es losgeht, solltest du unbedingt noch sicherstellen, dass sich die Sourcen der vier Produkte huskybse, smapi, fidoconfig und hpt in der richtigen Verzeichnisstruktur befinden:

Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Quelltexte alle Programme und Bibliotheken, die zum Husky-Projekt gehören, in einem gemeinsamen Unterverzeichnis liegen. Die Quelltexte sollten also zum Beispiel alle unterhalb von /usr/src/husky/ gespeichert werden, also dann weiter mit /usr/src/husky/huskybse/ für huskybse, /usr/src/husky/smapi, /usr/src/husky/fidoconfig/ und /usr/src/husky/hpt für die entpsrechenden anderen Programme. In der weiteren Erklärung wird dann auch genau diese Verzeichnisstruktur angenommen.

Aus dem Verzeichnis /usr/src/husky/huskybse muss nun die Datei huskymak.cfg einer Verzeichnisebene höher kopiert werden, im Beispiel also nach /usr/src/husky/huskymak.cfg. Dies ist die Datei, welche die Konfiguration des aktuellen Betriebssystems beschreibt und die von allen anderen Teilen der husky-Software benötigt wird. Für Linux-Systeme sollte sie eigentlich ausreichend angepasst sein, erfahrenere Linux-Benutzer können aber auch gerne noch einen Blick reinwerfen.

Mit der Kopie dieser Datei ist die Installation von huskybse eigentlich auch schon abgeschlossen. Der Rest dieses Paketes enthält im wesentlichen eine weitere Dokumentation und Konfigurationsbeispiele für die Husky-Software.

 

2. smapi installieren

Wechseln wir also jetzt ins Verzeichnis /usr/src/husky/smapi. Dort sollte zunächst "make clean" ausgeführt werden, was in den meisten Fällen wohl überflüssig ist, aber für Ordnung sorgen ist ja auch immer ganu schön. Dann einfach "make all install" ausführen und darauf hoffen, dass das Compilieren bei dir genauso anstandslos funktioniert wie bei mir. Nach dem Compilieren werden die Bibliotheken auch gleich automatisch an die richtigen Stellen kopiert und installiert. Die smapi sollte damit fertig sein.

Wichtig: bitte die smapi vor allen anderen Modulen installieren!

 

3. fidoconfig installieren

Ähnlich problemlos sollte auch die Installation von fidocnfig laufen. Dazu verlasse bitte wieder das Verzeichnis /usr/src/husky/smapi; und wechsle nach /usr/src/husky/fidoconfig. Nochmal: für die Installation von fidoconfig wird bereits eine funktionierende smapi-Installation vorausgesetzt.

Hier wird dann der Vorgang von eben im Prinzip wiederholt: mit "make clean" ein bisschen aufräumen und mit "make all install" die Bibliotheken installieren.

Neben den wichtigen Bibliotheken wurden auch noch ein paar nützliche Tools erzeugt, mit denen man zum Beispiel aus der fidoconfig-Konfigurationsdatei eine Konfiguration für andere Programme, wie etwa GoldEd, erzeugen kann. Darauf wird noch an anderer Stelle in diesen Anleitungen eingegangen.

 

4. hpt installieren

Wer die ersten beiden Punkte ohne ernste Rückschläge überstanden hat, sollte auch hier seine helle Freude haben: es ist genau das gleiche zu tun wie vorher. Als ab ins Verzeichnis /usr/src/husky/hpt und dort dann unsere guten, alten Freunde "make clean" und "make all install" aufrufen. So und nicht anders.

Nun ist hpt installiert und fast zum Tossen bereit. Es fehlt nur noch eins: die Konfiguration von fidoconfig und damit von hpt.

 

5. fidoconfig/hpt konfigurieren

Standardmäßig sollte im Verzeichnis /etc/fido eine Datei namens "config" angelegt werden. Dies ist die Fidoconfig-Konfiguration, nach deren Angaben sich zum Beispiel auch hpt richtet. Diese soll hier nun Schritt für Schritt betrachtet werden. Auch hier gilt wieder, dass du unsere Beispiel-Konfig gerne als Vorlage benutzen kannst, aber bitte noch auf dein System anpassen musst.

Name Dieters Pointsystem

Hier wird deinem Fidosystem ein Name gegeben. Denk dir halt was schönes aus.

Sysop Dieter Dau
Location Dauheim

Dein (echter) Name und dein Wohnort sollten hier eingetragen werden.

Address 2:2432/203.47

Hier kommt nun deine Point-Adresse, wie du sie ja auch schon in der Konfiguration für Binkley eingetragen hast.

Unpack "unzip -j -Loqq $a -d $p" 0 504b0304
Pack zip zip -9 -j -q $a $f
Unpack "unrar e -y $a $p \* > /dev/null" 0 52617221

In diesen Zeilen werden Packer und Entpacker festgelegt. Die Pakete werden ja im FidoNet in der Regel komprimiert übertragen und müssen dann bei dir wieder entpackt werden. Mit Hilfe der rechts stehenden Zahl versucht hpt zu erkennen, mit welchem Programm die Daten gepackt wurden und versucht es dann entsprechend zu entpacken. Ein "unzip" sollte auf keinen Fall fehlen, da es heute wohl am meisten benötigt wird.

Version 0.10

Die Versionsnummer von Fidoconfig.

Link Kleerbaum
AKA 2:2432/203
OurAka 2:2432/203.47
Password daupassword
AutoAreaCreate on

Hier werden deine Uplinks, bzw. dein Uplink eingetragen, also die Mailbox, bei der du Point bist. Diese Informationen benötigt hpt, um die Mail, die du verschicken willst richtig verpacken zu können und ihr dann noch den richtigen Absender- und Empfängerstempel aufzudrücken.

"Link" ist einfach nur eine frei wählbare Bezeichnung für diesen Link. Unter AKA ist die FidoNet-Adresse deiner Mailbox einzutragen. Wenn du also Point bei Michael Kleerbaums Calzone Box bist, trag hier etwa die 2:2432/203 ein. Unter "OurAka" sollte deine eigene Point-Adresse stehen. Bei "Password" wird ein sogenanntes Paketpasswort festgelegt. Im FidoNet kann nämlich nicht nur die Verbindung, die Binkley mit der Mailbox aufbaut, durch ein Passwort geschützt werden, sondern zusätzlich auch noch die einzelnen übertragenen Pakete. Ist mit deinem Sysop nichts anderes vereinbart, sollten an allen Stellen die gleichen Passwörter gelten, trage also das zwischen euch vereinbarte hier ein. "AutoCreate on" sorgt dafür, dass hpt eine Area dann automatisch bei dir anlegt, wenn plötzlich Mails für diese Area ankommen, diese aber bei dir noch gar nicht existiert.

route Crash 2:2432/203 *

Nun folgen die sogenannten "Routing-Einträge". Sie werden später mal sehr wichtig sein, falls du in mehreren Netzen und/oder bei mehreren Mailboxen Point bist. Denn irgendwie muss hpt ja wissen, welche deiner Mails über welche Mailbox verschickt werden soll. Der oben stehende Eintrag besagt, dass alle Mails, die geschrieben werden, über die Adresse 2:2432/203 verschickt werden, und zwar unmittelbar, nachdem sie verpackt wurden (=Crash) falls Binkley schon gestartet ist, ansonsten dann, sobald Binkley gestartet wird.

Auf diesen Punkt wird in weiterführenden Kapiteln noch näher Eingegangen, wenn es nämlich darum geht, die Konfiguration zu erweitern. Für den Anfang muss jedoch dies hier reichen.

LogEchoToScreen

Dieses schöne Wort bringt hpt dazu, sein Tun nicht nur in einer Logdatei, sondern auch auf dem Bildschirm zu dokumentieren, so dass man mitverfolgen kann, was gerade passiert und ggf. schiefgeht.

Inbound /etc/fido/in.sec
ProtInbound /etc/fido/in.sec
TempInbound /etc/fido/in.tmp
Outbound /etc/fido/out

Dies sind die schon aus der Binkley-Konfiguration bekannten Verzeichnisse für den Inbound (ankommende Mail) und Outbound (rausgehende Mail).

TempOutbound /etc/fido/out.tmp

Ein temporäres Verzeichnis.

LogFileDir /etc/fido/log

Hierhin werden die Logdateien geschrieben, etwa die hpt.log. Falls etwas schiefgeht, kann man hier versuchen nachzuvollziehen, was eigentlich schiefgegangen ist.

DupeHistoryDir /etc/fido/dupes

Leider kann es ab und an schon mal zu Dupes beim Mailversand kommen, das heisst, man erhält die exakt gleiche Mail mehrmals. hpt versucht, diese Mails abzufangen, so dass sie in der normalen Messagebase nicht weiter stören.

NodeListDir /etc/fido/nodelist

Wo ist die Nodeliste zu finden?

MsgBaseDir /etc/fido/msgBase

Wo liegt die Messagebase, also die gesammten Nachrichten des FidoNets, die lokal gespeichert sind?

NetMailArea NetMailArea /etc/fido/msgBase/netmail -b Squish
BadArea Badarea /etc/fido/msgBase/bad -b Squish
DupeArea DupeArea /etc/fido/msgBase/dupe -b Squish

Hier folgen nun die Definitionen jedes einzelnen Echos, welches man bezieht oder benötigt. Als erstes finden wir die "NetMail", welche einen besonderen Status hat und zwingend notwendig angegeben werden muss: auf jeden Fidosystem muss mindestens eine Netmail-Area vorhanden sein. Der letzte Teil der Angabe "-b Squish" sagt hpt, dass diese Area vom Typ Squish sein soll.

Die Badarea ist ebenfalls nötig und gibt einen Platz an, an den Mails getosst werden, mit denen es aus irgendeinem Grund Probleme gibt.

EchoArea LINUX.GER /etc/fido/msgBase/linux.ger -a 2:2432/203.47 -b
Squish 2:2432/203 -dupeCheck del

Nun werden nacheinander alle Echos definiert, wie dies funktioniert, sei hier mal an einem Beispiel dokumentiert.

Die Definition eines Echos beginnt mit dem Schlüsselwort "EchoArea" gefolgt vom Namen des Echos, hier "LINUX.GER". Dabei ist darauf zu achten, dass der richtige Name verwendet wird, soll heissen: ein Echo muss bei deinem Pointsystem den gleichen Namen haben, wie auch sonst überall im FidoNet. Der nächste Eintrag gibt den genauen Ort an, an dem die Nachrichten dieses Echos gespeichert werden sollen. "-a" gefolgt von deiner Point-Adresse sagen hpt, wer eigentlich der Absender von Mails in diesem Echo ist und "-b Squish" sorgt auch hier wieder dafür, dass diese Area im Format Squish verwaltet wird. Die nächste Adresse gibt den Uplink für diese Area an, hier also 2:2432/203. Deine Uplinks hast du ja schon weiter oben in der Konfiguration festgelegt. Der letzte Befehl schliesslich ist "-dupeCheck del" und sorgt dafür, dass dieses Echo auf mögliche Dupes untersucht wird und diese gelöscht werden.

Alle weiteren Echos werden nach genau dem gleichen Schema angelegt. In der Regel unterscheiden sich von Echo zu Echo dann auch bloß der Name und natürlich die Angabe des Pfades für die Speicherung.

Nun kannst du mit Binkley Mails bei deinem Sysop abholen, diese anschließend von hpt verarbeiten lassen, jetzt solltest du sie bloss noch lesen können. Zu diesem Zweck werden wir GoldEd benutzen, was es als nächstes zu konfigurieren gilt.

Solltest du dich später noch einmal näher über das Husky-Projekt und dessen Angebote informieren wollen, findest du unter der Adresse husky.sourceforge.net nähere Informationen.

Hier geht es aber weiter mit der Installation und Konfiguration von GoldEd


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