Werbung und Spam

[Öffentlicher Spam] [Privater Spam]

 

 

Werbung / Spam im Usenet

Dies ist ein Thema, das jeden angeht, denn: Jeder Internet-Nutzer ist davon betroffen. Seit das Netz der Netze immer billiger und somit für jeden zugänglich wurde, haben auch die Werbeleute und Spammer ein neues, riesiges Betätigungsfeld gefunden.

Werbung begegnet uns somit überall im Leben. Das WWW ist voll davon. Glücklich ist, wer Werbeblocker wie den "WebWasher" von Siemens installiert hat. Internet driftet immer weiter hin zum Kommerz, und das schlägt sich auch im Usenet nieder.

 

Öffentlicher Spam

Ich beginne gleich mit einem Beispiel:

Die Gruppe "de.talk.sex" ist wohl so etwas, was alle bestellen und keiner hat. So offiziell. Vor etwa drei Jahren wurde darin auch wirklich lebhaft über alle möglichen Triebe diskutiert. Also bestellen wir das Ding mal und sehen rein:
 

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Hups! Was ist das?

Spam. Dieser kurze Begriff bezeichnet genau das, was wir da oben sehen. Wir haben hier viele kurze Mails, in denen irgendwelche Sex-Seiten im Internet angepriesen werden und einige sehr lange Mails, die zusätzlich noch irgendwelche Werbebilder enthalten.

Aber wird hier noch über das Thema diskutiert, über das eigentlich ja niemand redet? Scheint wohl nicht so.

Wo sind die dann bloss alle hin?

Nun, als man noch in dieser Gruppe diskutierte, nahmen diese Mails an Anzahl und Grösse immer mehr zu. Da die meisten Menschen aber doch eigentlich nur diskutieren wollten, ohne jede zweite Mail überlesen oder löschen zu müssen, hat man sich für eine radikale Lösung entschieden.

Und diese heisst, wer hätte das gedacht: de.talk.liebesakt.

Ja, man hat eine neue Gruppe eröffnet, mit einer Bezeichnung ohne "sex", in der stillen Hoffnung, dass die Spammer diese nicht so schnell finden, um sie dann Stück für Stück zu demontieren. Bis jetzt scheint das wohl auch ganz gut zu funktionieren, doch wie lange? "Was soll's", wird man sich sagen: Es gibt ja noch genügend Bezeichnungen für diese Beschäftigung.

Fraglich bleibt nun: Sind Sexgruppen die einzigen, in denen solcher Mist gepostet wird? Könnte man ja meinen, so von der "Zielgruppe" her.

Schön wär's, wenn's so wäre. Was es demnach nicht ist. Auch hier möchte ich ein Beispiel bringen:

Vor ebenfalls zwei oder drei Jahren (damals war ich teilweise noch im Usenet aktiv) gab es in der Gruppe "de.rec.sf.startrek" die hitzigsten Diskussionen um diese faszinierende Serie. Jetzt hab ich mal wieder reingeschaut:
 

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Na, das ist doch eine schöne Auswahl. Wir haben hier so ziemlich alles versammelt, was es an unerwünschten Mail-"Arten" so gibt. Als da wären:

Nun, zurück zum Thema. Die Trek-Fans haben sich halt nun in die Gruppe "de.rec.sf.startrek.misc" verzogen und hoffen nun weiter, dass diese noch ein Weilchen verschont bleibt von dieser "dunklen Bedrohung". Apropos Bedrohung: de.rec.sf.starwars blieb bisher eigentlich immer relativ lesbar. Na hoffentlich behält die gute Seite der Macht noch ein Weilchen die Oberhand.

 

Privater Spam

Spam ist nicht nur öffentlich, Spam ist auch privat. Denn Spam ist überall im Internet. Ich möchte auch hier ein allgemeines Beispiel nennen.

Vor drei Jahren ungefähr war ich ja - wie gesagt - noch ab und zuim Usenet (vor allem in Star Trek Gruppen) aktiv. Das heisst, ich habe vielleicht ein oder zweimal pro Woche eine Nachricht geschrieben; Meistens habe ich nur mitgelesen. Als ich ins Fido einstieg, hab ich das Usenet aufgegeben, ab und zu noch mitgelesen, aber nichts mehr geschrieben. Auch war ich nicht lange im Usenet aktiv, vielleicht ein halbes Jahr.

Dann ging es los, damals schon: Ab und zu flatterten in unregelmässigen Abständen solche Mails wie oben beschrieben in mein privates Postfach. Ich hab sie halt immer schön gelöscht und nicht beachtet.

Jetzt, zwei Jahre später, bekomme ich täglich noch immer mindestens eine Werbemail!
 

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Tja. Mit dieser eMail-Adresse hab ich nichts anderes gemacht, als damals in dieser kurzen Zeit ein paar wenige Male was in eine Newsgroup zu schreiben.

Was ist da passiert?

Nun, die Spammer haben da so nette Programme laufen, mit denen sie aus den Gruppen im Usenet tausende eMail-Adressen extrahieren. An diese Adressen werden dann im grossen Stil Werbung, Kettenbriefe und sonstiger Müll verschickt.

Lustigerweise steht unter vielen Mails noch drunter, dass man sich mit einer kurzen Antwortmail aus diesem "Mailverteiler" austragen lassen kann, damit man nicht weiter mit dem Zeug belästigt wird. Das habe ich sogar eine Zeitlang gemacht, doch gebracht hat es nichts. Eigentlich hat die Mailflut nur noch zugenommen.

Wie kann man sich da wehren?

Nun, bekommt man Werbemails von einem deutschen Anbieter, kann man diesen nach geltendem Recht verklagen - wie vor einigen Monaten mal ein deutsches Gericht beschlossen hat. Doch das bringt nicht viel, denn 90% der Werbemails stammen aus dem Land der Freiheit, dem Land, in dem Träume wahr werden.
Eben auch die Werbeträume kranker Individuen.

Doch die Teilnehmer des Usenet sind ja höchst kreativ. Im Schaffen neuer Namen und Verändern von bestehenden sind sie wohl ungeschlagen, wie wir ja schon gesehen haben.

"Wenn ich beim Schreiben eine falsche eMail-Addy angebe", so denken sich nun einige, "dann laufen die Mails der Spammer ins Leere."

Also findet man unter den Schreibern in Newsgroups häufig welche mit so netten eMail-Adressen wie "olaf_nospam@irgendeinserver.de". Da steht dann auch meistens im Footer der Nachricht ein Satz wie "please remove 'nospam' when replying to this mail".

Toll!

Wenn also jemand privat antworten will, dann muss er erst manuell die eMail-Adresse verändern, was je nach eingesetztem Mailreader möglicherweise gar nicht mal so einfach geht.

In den zahlreichen FAQs für Einsteiger, die man auch im Usenet findet, wird zwar explizit gesagt, dass man so etwas nicht machen soll. Aber was hindert jemanden daran, es doch zu tun? Es gibt keine Kontrollmechanismen, nichts womit man jemanden, der "Mist" baut, abmahnen kann.

Es bleibt aber noch eine Möglichkeit, sich vor diesem Privatspam zu schützen: Sich eine eMail-Adresse bei einem Anbieter wie GMX zu besorgen. Diese haben die Filtersoftware für Werbemails schon serverseitig drin, so dass man davon weitestgehend verschont bleibt. Doch mit was finanzieren sich diese kostenlosen Anbieter? Tja, mit Werbung. Und ich schätze mal, dass es nicht sehr lange gehen wird, bis mit jeder über GMX verschickten Mail ein paar Zeilen Werbesprüche mit auf die Reise gehen.

Ausserdem ist mir irgendwie auch nicht wohl bei dem Gedanken, dass meine Mails gefiltert werden und ich davon nichts mitbekomme. Denn es könnte ja mal eine wichtige Nachricht dabei sein, die zwar als "Spam" erkannt wird, es aber nicht ist?

Es erübrigt sich nun wohl zu sagen, dass FidoNet-Usern solche Probleme absolut fremd sind. Keine Werbung, kein Spam, keine verkrüppelten Mail-Adressen wegen Vermüllungs-Angst.

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