Fido over IP - Einführung


Im Eingangstext wurde ja eigentlich schon gesagt, was dieses Fido-over-IP ist. Aber hier noch mal, einfach, weil es so schön ist und es ja sonst nichts zu sagen gibt: Fido-over-IP bezeichnet ganz allgemein die Möglichkeit, seine FidoNet-Mails über das Internet zu beziehen. Man muss also nicht, wie bisher, mit seinem Modem oder seiner ISDN-Karte eine Mailbox aunrufen und hat damit dann eine exklusive Verbindung zwischen dem eigenen Rechner und der Mailbox aufgebaut, sondern man ist "irgendwie" im Internet, sei es nun über eine normale Modem-Verbindung, über eine Standleitung, über DSL, über sonstwas, surft gemütlich herum, holt seine e-Mails ab und so ganz nebenbei dann auch noch ein paar FidoNet-Mails.

Der riesige Vorteil ist klar: wer zu Hause über eine Flatrate verfügt, also zu einem Pauschalpreis ohne jegliche Verbindungsgebühren im Internet ist, für den entfallen mit dieser Technik jegliche zusätzlichen Kosten für das FidoNet. Und weiter: wer über neue Techniken wie DSL oder sogar einer Standleitung ins Internet kommt, für den erreicht das FidoNet sogar eine sehr hohe Geschwindigkeit - 1000 Mails in wenigen Sekunden abzuholen, da hat sogar das Internet bei einer Standleitung noch Schwierigkeiten mitzuhalten.

Nicht geeignet ist Fido-over-IP dementsprechend für Leute, die obiges nicht erfüllen. Wer also zu Hause noch einen ganz normalen analogen oder ISDN--Telefonanschluss hat und keine Flatrate benutzt, für den wird es allemal günstiger sein, den konventionellen Weg ins Fido zu gehen. Ihm kommt nämlich dann die exklusive Verbidnung zu gute, die zwischen seinem Rechner und der Mailbox besteht, was zu einer höheren Geschwindigkeit führt, als über das Internet zu pollen. Auch die Kosten werden dann wohl geringer sein, wenn man den richtigen Call-by-Call-Anbieter benutzt.

Technischer Hintergrund

Nun wird es, wie die Überschrift schon vermuten lässt, etwas technischer. Für das Verständnis, was Fido-over-IP eigentlich ist und für die Benutzung der Software, sollte dieser Abschnitt nicht mehr nötig sein. Viel mehr soll er einen Überblick über die verwendeten Protokolle geben, damit Interessenten einen besseren Einstieg in die Thematik finden können.

Die Entwicklung der IP-Technik für das FidoNet war leider nicht einheitlich und so gibt es einige "konkurrierende" Ansätze, die jetzt kurz vorgestellt werden.

BinkP

BinkP ist ein Protokoll, das vom Programm BinkD eingeführt wurde und heute wohl zumindest in Deutschland das meist verwendete ist. Es ist völlig Binkley--Style-kompatibel, was in der Praxis bedeutet, dass es problemlos in einen großen Teil der bestehenden Fido-Lösungen integriert werden kann. Intern jedoch ist das Protokoll völlig unabhängig von bisheriger Fido-Techink und kann somit auch auf Techniken verzichten, die eine fehlerfreie Datenübertragung gewährleisten sollen, denn diese Dinge werden bereits vom TCP/IP-Protokoll selbst erfüllt. Konventionelle Programme mussten sich noch um so etwas kümmern, denn dem Übertragungsmedium Telefonleitung war es egal, ob die Daten nun ordnungsgemäß ankamen oder nicht.

Das Programm BinkD, welches später noch näher vorgestellt wird, ist sehr klein, exisitiert für Windows, Linux, OS/2 und viele weitere Plattformen und obwohl es ein reines Textmodus-Programm ist, ist die Konfiguration eine Sache von wenigen Minuten.

Mittlerweile gibt es auch andere Programme, die mit BinkP arbeiten und auch für die beiden großen und aktuellen deutschen Pointprogramme WinPoint und FIPS ist die BinkP-Unterstützung angekündigt.

Telnet

Telnet ist ein wohl ziemliches altes Protokoll und dient eigentlich zum Arbeiten mit reinen Text-Verbindung. Also ohne Bilder und so. Verwendet wird Telnet sehr oft im Unix-Bereich, wo es dann möglich ist von einem beliebigen Rechner aus auf einen Unix-Server zuzugreifen und diesen zu administrieren. Nun ist es dem Telnet-Protokoll aber eigentlich auch völlig egal, welcher Text übetragen wird, weshalb man es für das FidoNet "zweckentfremden" kann um Mails auszutauschen - für den eigentlichen Austausch werden dann die "alten" FidoNet--Programme verwendet. Das alles ist teilweise etwas umständlich und daher nicht unbedingt zu empfehlen.

Telnet bietet aber dennoch eine nützliche Anwendung: wenn man eine klassische Mailbox auch über das Internet erreichbar machen will, ist dafür wohl der beste Weg das Telnet-Protokoll.

VModem

VModem ist eine sehr spezielle Sache, da es dieses Verfahren eigentlich nur für OS/2 gibt. Es handelt sich dabei um einen Treiber, der einen COM-Port emuliert, dabei in Wirklichkeit aber für die Datenübertragung das Internet benutzt. Somit wird das dann problemlos möglich, seine alte Software weiterzubenutzen. Dabei nutzt VModem entweder ein eigenes Verfahren oder verwendet Telnet. Aber, wie gesagt, das ganze gibt es nur für OS/2.

ifcico

ifcico ist ein FidoNet-Mailer für Unix-Systeme und beschränkt sich in seinen Fähigkeiten nicht nur auf klassische Telefonverbindungen, sondern kann auch über das Internet pollen. Dabei wird, ähnlich wie bei VModem, entweder ein eigenes Protokoll oder Telnet benutzt.

e-Mail/FTP

Es gibt auch FidoNet-Teilnehmer, die ihre Fido-Packete über FTP oder per e-Mail versenden. Da diese Vorgänge allerdings recht wenig mit der klassischen Vorgehensweise eines Fido-Systems zu tun haben, fallen diese nicht unter den Begriff "Fido-over-IP".

Als Einführung sollte dies genügen - Teile dieses Textes sind an einen Artikel von Lothar Behet (http://home.nrh.de/fido/) angelehnt. Ihm vielen Dank dafür.

Da nun die Grundlagen geklärt sind, kann es mit einer der hier vorgestellten Software- Lösungen weitergehen:

  • Windows: Ganz schnell ins FidoNet mit dem "FidoPaket Deluxe"

  • Windows: Wer schon mit WinPoint arbeitet: eine Anleitung zur Nutzung von Fido-over-IP mit WinPoint.

  • DOS: Wer sich schon an XP gewöhnt, für den folgt hier eine Anleitung



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