Conrad J. Koehler

eMail

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AKA

2:2410/1037, Host Berlin

Wohnort

Berlin

Geburtsjahr

1977

im Fido seit

ca. 1993

Lieblingsechos

flea.ger, zyxel.ger, hardware.ger, mcmail, psychologie.ger, nodes.024

Historie


Irgendwann gegen '93 oder '94 fing ich an, meinen Schlaf gegen das Herumstoebern in Mailboxen einzutauschen. "Fidonet" war fuer mich, wie es das fuer die meisten Leute in der berliner Mailboxszene war, etwas reichlich Suspektes: irgendein Datennetz, das wohl ziemlich gross war, aber wo man (ihgittigitt) seinen Realnamen preisgeben musste. Ausserdem kostete das was.

Fuer mich wurde Fido in dem Moment interessant, als ich in einer Mailbox, in der ich mich oefter mal aufhielt, ein Echo namens "BASIC.GER" fand. Dort konnte ich endlich mal mit ein paar Tips an Newbies rausruecken, aber selbst auch unglaublich treffsichere Hilfestellung von Leuten, die sich anscheinend tagein-tagaus mit nichts anderem als BASIC-Programmierung beschaeftigten, erhalten. Es dauerte nicht lange, dass ich mir BlueWave mal naeher betrachtete. BlueWave ist sowas wie Outlook oder Communicator fuer eine Mailbox - Nachrichten (gepackt!) zuschicken lassen, ausloggen, lesen, gegebenenfalls beantworten, einloggen, Antworten hochschicken, neue Mail holen, ausloggen, lesen..... usw.

Es dauerte noch einige Zeit, aber es kam der Tag, an dem -eine Mailbox hatte ich "standesgemaess" schon laengst selbst eroeffnet- mir ein befreundeter User, der just Node im FidoNet wurde, mal ganz genau erklaerte, wie das eigentlich mit den Programmen und Adressen funktioniert, und um das auch anschaulich zu halten kurzerhand vorbeikam, und einen Mailer installierte, gleich zusammen mit einem Tosser. Nun - bis ins Detail klappte die Installation nicht: meine erste Amtshandlung als Point bei ebenjenem Node war es, den Stecker meines Modems zu ziehen, als selbiges spontan vom Mailer dazu aufgefordert wurde, nach Italien rauszuwaehlen.

Die Programme, die ich benutzte, waren zu dem Zeitpunkt weder anwenderfrendlich noch zuhoechst ausgereift, dafuer aber umso komplexer, sodass es einige Zeit dauerte, bis ich nun endlich meinen BBS-Nutzern und mir selbst die Mailberge des Fidonets zur Verfuegung stellen konnte.

Das ging solange gut, bis ich -ich hatte derweile meinen Bossnode gewechselt- mit ebendiesem ein kleines Problem bekam, weil ihm ein Moderator drohte, er wuerde von einem Echo abgeklemmt, wenn ein gewisser Benutzer meiner Mailbox, der zu ausschweifenden Diskussionen neigte, sich nicht im Zaum halten wuerde.

Da damit nicht zu rechnen war, und ich weder meinen User loswerden, noch meinen Bossnode unnoetig veraergern wollte, war es an der Zeit, ein Stueck Eigenverantwortung zu entwickeln - ich wurde '97 Node, und durfte somit selbst Points aufnehmen, und mich auf eigene Kappe mit den Moderatoren herumaergern.

Danach verging viel Zeit, Points und user kamen und gingen, und ich hielt mich eher in Fachechos auf, als mich um die ewig miteinander im Clinch liegende Administration zu kuemmern. Dazu wurde ich erst durch einen unschoenen, mich zum Teil selbst betreffenden Vorfall gezwungen, was aber dazu fuehrte, dass ich auch in diesen Kreisen Gehoer fand, und eine Plattform zur Diskussion ueber Themen, die den Horizont der bisher interessant gewesenen Fachsimpeleien sprengten, und die mir viel geistiges Futter wie auch die Gelegenheit gaben, einen ganz eigenen Diskussions- und Schreibstil mir anzueignen.

Etwas sicherer in der Bewegung auf dieser Ebene, und mit einem inzwischen gut ausgestatteten Multiline-System, uebernahm ich '99 einen Hub-Bereich des berliner Netzes 2410, und kurz darauf, Anfang 2000, waehlte man mich dort in die Position des Hosts.


Haltung


Nachdem ich das FidoNet hatte (oder es mich?!), gewann es fuer mich recht schnell von Bedeutung, weil ich dort -dank staendiger emsiger Weiterentwicklung von Software und Struktur- immer schneller werdend sowohl Antworten fand, als auch Antworten geben konnte; und es ist egal, um was es ging, eine Antwort gab und gibt es fast immer. Zudem haeuften sich auch persoenliche Kontakte zu aehnlich orientierten Personen, die zu einem beachtlichen Teil noch immer bestehen. Spaeter kam eine andere Ebene mit ins Spiel - der Kontakt zu sehr unterschiedlich denkenden Menschen, zu denen es aber galt, eine moeglichst gute Verstaendigung aufzubauen, was auch fast immer gelang. Ich denke, ich muss nicht noch detaillierter werden, um behaupten zu koennen, dass mir Fido einfach wichtig ist.

Natuerlich empfinde ich es fuer mich als hoechst zufriedenstellend, wenn staendig meine Modems klingeln, und die Mailer in ihren Fenstern unablaessig Nachrichten holen, verschicken, holen, verschicken, holen, verschicken...


Loof'n musset


Um die Existenz von Fido nicht unnoetig in noch groessere Gefahr zu bringen, als sie es seit der Populaerwerdung des optisch und von der Bedienung her ansprechenderen WWWs ohnehin geworden ist, mische ich mich auch dann und wann gerne mal bei administrativen Geschichten ein, die manchmal den Anschein erwecken, man wolle Fido von innen heraus beschaedigen, lasse aber vor allem meine Mailbox und die Mailerprogramme laufen, bemuehe mich um zuegigen Mailtransport, und bin gerne bei der Neueinrichtung von Point- und Node-Systemen behilflich. Unentgeltlich.

Fido lebt von den Menschen, die dazukommen, und von denen, die dabeibleiben. Diese Regel haben bislang nur an einer Hand abzaehlbare Ausnahmen bestaetigt.


(c) 2000 Conrad J. Koehler

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